Perspektive

Perspektive
erzeugt Klarheit
in der Betrachtung.

Marian Hacke, Jahrgang 1974

Nationalstolz

Wenn bei internationalen Sportveranstaltungen so etwas wie "Nationalstolz" aufflammt, sind Jene nicht weit, die dies als außerordentlich gefährlich anprangern. Da wird Nationalismus mit Chauvinismus gleichgestellt und Fähnchenschwenken wird zur sinnbildlichen Vorstufe des Völkermords. Dürfen wir uns in Deutschland nicht zu unserem Land bekennen?

Und da beginnt es schon in der Frage zu rumoren, wer sind "wir" und wer darf "wir" verwenden? Grenzt es bereits aus? Ist das nicht bereits Faschismus?

Ich denke, wenn man zurück zu einer Definition von "Volk" geht und darunter ein brüderliches Zusammenhalten versteht, gibt man damit Mitmenschen die Möglichkeit sich in den Zusammenschluss einzuhaken. Gegner einer nationalen Identität werden sich daher nicht einhaken, obwohl jene nicht müde werden, gegen die Spaltung unserer Gesellschaft, ausgehend von Personengruppen mit Nationalgefühl, zu hetzen.

Statt wie Angela Merkel eine Deutschlandfahne einem Parteikollegen abzunehmen und diese aus den Geschehen zu manövrieren, wie Linksexremisten auf eine Deutschlandfahne zu pissen oder eine solche gar anzuzünden, sollten wir begreifen, dass diese Fahne eh und je für unser deutsches Handeln steht. Auch im Hier und Jetzt.

Betrachten wir es doch mal so: Wer Sympathien für sein Land und dessen Bürger empfindet, wird auch ganz anders damit umgehen, als jemand, der dieses Land hasst. Es fängt schon mit Kleinigkeiten an. Ob man sein Umfeld sauber hält oder mutwillig zerstört, ob man für andere einsteht oder wegsieht, wenn jemand Hilfe braucht. Ich denke jeder wird seine Position in der Gesellschaft hierbei erkennen. Persönlich halte ich nichts von Vandalismus, weil die Zerstörung meines Lebensraumes respektlos ist. Zum Nationalstolz zählt aber auch der Respekt gegenüber der Nation. Nicht nur im Ausland sollte man sich rücksichtsvoll verhalten, von daher ist es im Inland nicht gleich chovinistisch, wenn man positive Emotionen gegenüber unserem Land ausdrückt. Zugegeben sind wir in Deutschland von der Vergangenheit dahingegen geradezu massiv geprägt worden.

Wie oft hört man Sätze, dass man andere nur dann zu lieben vermag, wenn man sich selbst auch liebt? Und wer etwas für sich tut, zerstört nicht automatisch andere. Das können wir trennen. Wer ins Fitnessstudio zum Trainieren geht, ist nicht angehalten neudeutsch Bodyshaming zu praktizieren. Wer sein Land liebt, ist nicht verpflichtet das Ausland und deren Bürger zu hassen. Das geht. In der Regel erleben wir andere Staaten, wie sie mit sich selbst im Reinen sind und haben die Möglichkeit diese Muster für uns selbst zu übernehmen. "Liebe deine Nächsten wie dich selbst", wird auf einmal nicht zerstörerisch, Hass gewinnt nicht die Oberhand.

Liebe ohne Zerstörung ist kein Wagnis. Nationalgefühl ist nicht der Weg zu Hass und Verfolgung; Ideologie kann dies unter bestimmten Voraussetzung im Namen der Nation aber sehr wohl. Das können wir unterscheiden.

27.09.2026

Demokratie

Demokratie kann in ihrer Bedeutung eine Fülle an Werte und Mechanismen beinhalten. Von der ursprünglichen Bedeutung abkommend, wird es als höchstes Gut unserer Gesellschaft gepriesen. Was spricht dafür? Was spricht dagegen?

Reduziert man die Demokratie auf die Regierungsform, so trägt der Bürger die Verantwortung an der Regierungsbildung und den daraus resultierenden Beschlüssen. Im Prinzip sind jedoch nur Letztere entscheidend für die Entwicklung in einem Staat. Mit anderen Worten: Es braucht keine Demokratie für gute Gesetze. Das Problem an der Sache ist hierbei ausschließlich der Umgang mit einer Opposition. Kein Staat kann sich einen Aufstand leisten. Selbst Wenn ein Machthaber für Frieden, Wohlstand, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit sorgt, so wird es auch immer Bürger geben, die mit der Regierung nicht einverstanden sein werden. Und wenn es auch durch Einflüsse von Außen geschieht, es finden sich Aufwiegler, die nicht toleriert werden dürfen. Folglich kann man eine solche Regierung nicht vollumfänglich akzeptabel finden.

In einer Demokratie vermittelt die Regierungs- und Beschlussbildung eine gerechte Mitsprache und bietet auch einer Opposition Raum für Standpunkte. Doch wirkt es wenig rechtsstaatlich, wenn die Spielregeln zu ungunsten von Parteien und Kandidaten abgeändert werden. Förderprogramme für Demokratie auf der einen Seite und Abschottungsgebaren auf der anderen, tragen nicht zum Vertrauen in die Regierung bei.

In der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Parteienlandschaft in einer Art und Weise entwickelt, dass bisherige Regierungsparteien kaum Unterschiede erkennen lassen, zugleich sie sich in einer gemeinsamen Koalition selten einigen können. Das lässt den Blick auf bisherige Oppositionsparteien schweifen, die Tür und Tor für fragwürdige Gestalten offenhalten.

Als Wähler kann man eine Partei mit ihren Zielen entweder als Ganzes betrachten oder man nimmt deren Mitglieder und Kandidaten als eigenständig agierende und mehr oder weniger die Partei repräsentierende Persönlichkeiten da. Letzteres ist aber das entscheidende, denn  Parteiprogramme sind wie das Papier geduldig und spiegelt nicht zwangsläufig das Ansinnen einzelner Parteimitglieder wieder. Gewählte Kandidaten pflegen hingegen mitunter ihr eigenes Ansinnen zu vertreten. Darauf hinuntergebrochen braucht es für Wähler Einblick in Strukturen und Gedanken, die öffentliche Medien kaum authentisch vermitteln.

Das Vertrauen in die Demokratie ist nicht zerstört, aber die Möglichkeiten sind wenig hoffnungsvoll. Unerfüllte Versprechen zum einen und unerfüllbare Versprechen zum anderen, unglaubwürdige Persönlichkeiten auf der einen Seite und glaubwürdige, medial abgekanzelte auf der anderen. Die Geschichte lehrt, dass Bauchgefühl und Vertrauen schnell getäuscht sein können. Nehmen wir unsere Mündigkeit wahr und tauchen ein in eine Welt voller Widersprüche und Hoffnungen, auf dass das Selbstbild unserer Gesellschaft ungezwängt repräsentiert wird und wirksam in Entscheidungen einfließen kann!

31.08.2026

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